Wolfgang Hausmann öffnet seinen Bücherschrank und liest ...
Wolfgang Hausmannöffnet seinen Bücherschrankund liest ...

... seit 2007 vor Publikum:

Am 31. Januar 2018 habe ich ab 18:00 in der "Fünte", Gracht 209, in Heißen auf Einladung des Kreises der Bergleute und Bergbauinteressierten zum Thema

 

"Bergbau und Knappen"

 

aus dem anderen Geschichtsbuch von Dr. phil. Friedhelm Böcker "Mein Vater war Bergmann und ich bin sein Sohn, ... EinBlicke" sowie den Büchern von Friedhelm Wessel "Denn sie tragen das Leder vor dem Arsch" und David Schraven "ZECHENKINDER" gelesen.

Die "Gesänge des Ruhrgebiets 1870 - 1980" von der Vinyl-LP des Barden unserer Region, Frank Baier, brachten auch noch Späßken! 

Wilhelm Busch und seine Epoche

Sie erleben den durch seine gereimten Bildergeschichten bekannt gewordenen Dichter, manchen gilt er sogar als der „Vater des Comic Strip“. Busch war ein guter - aber wenig origineller - Maler und ein genialer Zeichner und Karikaturist. Als Dichter war er eher mäßig begabt, aber äußerst originell. Seine Gedichte sind unbedingt des Lesens und Zitierens wert.

 

Max und Moritz, Plisch und Plumm, die fromme Helene und Hans Huckebein, der Unglücksrabe - Wilhelm Buschs Figuren sind lebendig geblieben, die Helden seiner Bildergeschichten mit ihren genial verknappten Zeichnungen und ihren kauzigen Versen.  Er war, wie man es Norddeutschen gern nachsagt: meist wortkarg, brummig, eigenbrötlerisch, vergrübelt; ein Einzelgänger, der selten aus sich herausging; ein Griesgram; ein notorischer Junggeselle, ob nun aus Überzeugung oder mangels einer passende Frau; mit Mitte zwanzig ein verkrachter Maler, der sich mit dem Gedanken trägt, als Bienenzüchter nach Brasilien auszuwandern.

 

Dazu "Die kleinen Honigdiebe":

"Du", sagt der Peterl zum Hansel, "gehn wir 'nüber zu dem Nachbar seinen Bienenstock, der ist bis obenauf voll vom schönsten Honig!"

Und richtig, sie gehn 'nüber und begucken lüstern des Nachbarn Bienenstock.

Die Protagonisten der Erzählung stehlen Honig aus dem Bienenstock des Nachbarn und werden dabei so von den aufgeschreckten Bienen zerstochen, dass ihre Nasen zu absurden Ballons anschwellen. Der Imker reagiert mitleidlos und mit Häme auf ihr Wehgeschrei. Die angeschwollenen Nasen machen es den Kindern sogar unmöglich, Nahrung aufzunehmen. Erst ein Schmied hilft ihnen, indem er die Bienenstacheln mit der Zange herauszieht. Die Erzählung endet mit dem Satz:

"Und das sollen sich alle Kinder merken, denn die Bienen stechen noch alle Tage, und nicht immer ist ein so resolvierter Mann wie der Schmied bei der Hand, der von den Folgen des Naschens helfen kann."

Annette von Droste-Hülshoff

" ... und nicht nur Martin Luther "

Vor 500 Jahren verabschiedete sich das dunkle Mittelalter und der Prozess der Erneuerung in vielen Bereichen des Lebens, der Wissenschaft und der Kunst begann. Luthers Ideen hätten nicht ihre rasche Verbreitung und zündende Wirkung gefunden, wenn die zahlreichen Flugschriften seiner Parteigänger und Gegner nicht von so vielen Zeitgenossen gelesen worden wären. Viele Erkenntnisse gerieten in Bewegung und zahlreiche Werke entstanden.

38. Duisburger Akzente - UMBRÜCHE

Auftakt in der Baustelle

 

Passender zum diesjährigen Akzente – Thema Umbrüche hätte der Ort für die Auftaktveranstaltung der Reihe literarisch musikalischer Begegnungen im Kreativquartier Ruhrort nicht gewählt werden können. Waren doch Baumaschinen, Gerüstteile und Abdeckplanen nicht Dekoration, war der auf dem Boden verteilte Staub keine Theaterrequisite, weil das Gemeindehaus Ruhrort derzeit in Renovierung befindlich ist.

 

Unter dem vom Licht des ausgehenden Tages hinterleuchteten Ornamentfenster erläuterte Wolfgang Hausmann bei … und nicht nur Martin Luther eine Epoche des Umbruchs und rezitierte wortgewaltig, zum Teil wenig bekannte, Texte aus der Zeit der Reformation. Dabei gab es für die Besucher offensichtlich immer wieder neues zu entdecken, waren die Vorgaben zu Tischzuchten des Nürnberger Meistersingers Hans Sachs sicherlich einer der  Höhepunkte des launigen Vortrags: „Und tu dich auch am Tisch nit schneuzen, daß ander Leut an dir nit scheuzen!“

 

Musikalisch griff der Popchor Praising! unter der einfühlsamen Leitung von Kirchenmusiker Daniel Drückes zur Begleitung des Klaviers Themen der Reformation auf und interpretierte die neugewonnene Glaubensfreiheit des Martin Luther in zeitgemäßen Liedern.

37. Duisburger Akzente - WASSERLYRIK

Das aus den Aktivitäten der '33. Duisburger Akzente' und 'RUHR.2010 - Kulturhauptstadt Europas' heraus entstandene Netzwerk Ruhrorter Künstler, Musiker und kreativ Tätigen habe ich durch meine berufliche Tätigkeit in Duisburg-Ruhrort seit Beginn begleitet. Die Kontakte mit Heiner Heseding, 'Kreativquartier Ruhrort UG', mündeten in die Idee ein, Gedichte von Denkern und Literaten der Literaturepochen aus den vergangenen 300 Jahren vorzutragen, die sich dem Thema Wasser stellten. Dank der freundlichen Hinweise von Lutz Görner erstellte ich das Gerüst für drei Lesungen und Heiner kümmerte sich erfolgreich um einen weiteren Hauptaspekt, nämlich die Öffnung von Orten für die Veranstaltungen, die bisher keine im herkömmlichen Sinne waren. Bei der Auswahl der musikalischen Begleitung konnten das Klaviertrio um den Duisburger Hans Lembke, die Bandonion Freunde Essen und Jaana Redflower aus Witten gewonnen werden.   

Heinz Erhardt "Und noch`n Gedicht"

Unvergessen sind seine verschraubten Wortspiele, skurrilen Verse, Filme und Schlager: Charmant-witzige Liebeslieder, Stimmung, Lebensgefühl und Swing der

50er und 60er Jahres des vergangenen Jahrhunderts sorgen für einen vergnüglichen und unterhaltsamen Abend.

Johann Wolfgang Goethe "Den lieb ich, der Unmögliches begehrt."

Der 1749 in Frankfurt am Main geborene Johann Wolfgang Goethe gilt als bedeutendster deutscher Dichter. Seine Werke gehören zu den wichtigsten der Weltliteratur. Doch Goethe war ein Genie mit vielen Gesichtern: Als Geheimrat bewies er großes Geschick in der Politik und als Naturwissenschaftler brachte er Erstaunliches in Physik, Botanik, Anatomie und Mineralogie zu Tage.

Lebensweg und Gedichte, vom 'Heidenröslein' bis zur 'Gretchenfrage im Faust', lese ich. Die 'Goethe'-Karikatur von Johannes Saurer, Moisburg, hatte ich 1999 erstmalig gesehen und erhielt auf Nachfrage die freundliche Genehmigung von ihm, sie für die Werbung einzusetzen.

Heinrich Heine - Liebe, Spott und Vaterland

Heinrich Heine verführt uns zum Denken, Lachen und Träumen. Als brillianter Poet, Tageschronist, Satiriker, Geschichtsphilosoph und überzeugter Demokrat war er zu Lebzeiten für seine Ironie und bisweilen äußerst spitze Feder gefürchtet. Die Vielschichtigkeit seines Gesamtwerkes in seiner Qualität ist ein wertvoller Schatz. "Leben Sie wohl und hole Sie der Teufel" schrieb Heinrich Heine einst seinem Verleger Campe als "Dichter zwischen allen Stühlen".

 

Lorelei

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.

 

Zuletzt in der 'Fünte': Freitags-Lesung am 4. November 2016, ab 19:30, mit Jaana Redflower (Gitarre/Querflöte, Gesang)

"Hanns Dieter Hüsch: In Zimmerlautstärke verändert man die Welt"

Am 6. Mai 2016 wäre HDH 91 Jahre alt geworden. Sein Humor in der Vielzahl seiner Werke und die Schilderung seines bewegten Lebens interessierte die Zuhörer sehr. Ein Jahr später folgte der zweite Abend in Erinnerung an Hanns Dieter Hüsch.

 

Welche Gefühle der Niederrheiner seiner Heimat entgegenbringt, verdeutlicht ein Zitat von HDH: "Also gut: Die schönheit des Niederrheins, mein ich immer, dat is nich sone Angelegenheit, so wie man sacht, Gott is die Frau schön. Das geht tiefer. Dat krisse fast gar nich raus, warum dat so is. Auf den ersten Blick schon gar nicht. Muss ja auch nicht sein, sach ich immer, dat wär ja ne langweilige Schönheit. Nein, der Niederrhein will angeguckt werden. Und dann beginnt die große Liebe. Dat is dat Geheimnis des Niederrheins. Un wer einmal am Niederrhein war, der kommt wieder."

 

Hüschs Wort gewordene Menschenliebe und mildes Urteil über die Schwächen eines Niederrheiners beschreiben die Sätze: "Dass der Niederrheiner nix weiß, aber alles erklären kann, dat wissen se ja. Un oft genug weiß er nix Genaues und sacht dann einfach: So ähnlich jedenfalls." "Wenn Gott sich in einem Hotel eintragen müsste, er wüsste wahrscheinlich gar nicht, was er unter "Konfession" schreiben sollte."

 

"Es muß auch ein paar Dinge im Leben geben, wo man nix mehr zu sacht."

Mascha Kaléko - Großstadtlyrik

Am 7. Juni 1907 kommt Golda Malka (»Mascha«) Aufen in Galizien zur Welt. Der Erste Weltkrieg verschlägt die Familie nach Frankfurt, Marburg und schließlich nach Berlin. Da Mascha Aufen schon früh Berliner Kindermädchen hat, fühlt sie sich hier heimisch und schreibt später ganze Gedichte im schnoddrigen Hauptstadtdialekt. Eine höhere Schulbildung bekommt sie nicht. Sie liest viel und gerät in literarische Zirkel. Sie schilderte treffsicher die täglichen Details des Großstadtlebens.

Erich Kästner "Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen"

Erich Kästner ist sicher einer der schillerndsten, vielseitigsten und widersprüchlichsten großen deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, einer, der eigentlich in keine Schublade so recht passen will. Bekannt sind natürlich vor allem seine Kinderbücher, die junge, selbstbewußte, aufrichtige Charaktere vorstellen - Kinder als die besseren Erwachsenen. 

Deren Eitelkeiten und Schwächen nimmt Kästner in seinen ebenso bekannten Gedichten mit teils humorvollen, teils zynischen Worten aufs Korn. Doch Kästner war noch mehr. Er schrieb auch einen gesellschaftskritischen Roman wie den "Fabian" und Unterhaltungsromane wie "Drei Männer im Schnee." Er war Feuilletonist und Kabarettist, Dramaturg und PEN-Club Vorsitzender..... 
..... und eigentlich wollte er ja einmal Lehrer werden.

Sarah Kirsch "Ach, warum bin ich Dichter ..."

„Der Droste würde ich gern das Wasser reichen“ heißt eines ihrer bekanntesten Gedichte. Sarah Kirsch entwirft darin fantasiereiche Szenen voller Anspielungen und Sinn für Details.

Karl May - Nicht nur Winnetou

Er durchstreifte den Orient, wurde Winnetous Blutsbruder, rang mit Grizzlybären - und behauptete, dass er all die irren Abenteuer selbst erlebt hatte. Dann wurde Karl May als dreister Lügner enttarnt.

Die enorme Fantasie dieses Mannes, der einige Jahre seiner Kindheit blind und einige Jahre als junger Mann im Gefängnis zugebracht hat, sowie sein außergewöhn-licher Fleiß - über 90 Bände zählen die Gesammelten Werke - können es nicht allein gewesen sein, was ihn so weit getragen hat. Vielmehr hat Karl May es verstanden, zu den Herzen seiner Leser zu sprechen. Und das ist ihm gelungen, weil er es als Christ und Humanist tat.

Wolfgang Neuss "Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern"

"Man quält mich, ich soll mal einen positiven Witz über die CDU-Regierung machen. Also gut: Sie regieren sozialdemokratisch. Mehr hab ich nicht drauf. Und wer nicht haargenau wie die CDU denkt, fliegt glatt aus der SPD." 

Pablo Neruda "Ich bekenne, ich habe gelebt"

Pablo Neruda wurde am 12.07.1904 unter dem Namen Neftalí Ricardo Reyes Basualto geboren. Einen Monat nach seiner Geburt starb seine Mutter, die Volksschullehrerin Rosa Neftalí Basoalto an Schwindsucht (Tuberkulose). Sein Vater José del Carmen Reyes war Zugführer in dem armen und wirtschaftlich unbedeutenden Parral im Süden Chiles. Gelegentlich dirigierte er auch das familiäre Zusammenleben mit seiner Zugführer-Pfeife und sorgte so für eine wenig herzliche Atmosphäre. Im Jahr 1906 zog die Familie nach Temuco, wo sein Vater ein zweites Mal heiratete; seine Stiefmutter Trinidad Candia Marverde liebte Neftalí Reyes sein Leben lang und bezeichnet sie in seinen Werken als mamadre. 

Joachim Ringelnatz und der Tango

"Ich muss die Wahrheit sagen, die unverstellte Wahrheit. Ich könnte eine Geschichte von Engeln erzählen, aber das wäre nicht die wahre Geschichte. In meiner Geschichte mischen sich Teufel mit Engeln und mit wenig Knauserei. Man muss von allem etwas haben, um im Leben voranzukommen." (Astor Piazzolla)

Eugen Roth "Ein Mensch fühlt oft sich wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt"

Eugen Roth hatte es nicht immer leicht, das rechte Maß zu finden.  Mal hat er den Mund zu voll genommen, um ihn dann beizeiten wieder zu halten. Er hatte einen scharfen Verstand und eine recht scharfe Zunge, war aber auch sehr einfühlsam und konnte mit Engelszungen reden.

Theodor Storm "... mehr, mehr"

Eva Strittmatter "Lyrik, Leid und Leben"

Eva Strittmatter hat studiert, gearbeitet, vier Kinder aufgezogen, einen Hof ausgebaut und ihren berühmten Mann Erwin begleitet und beraten. Und scheinbar nebenbei ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Lyrikerinnen geworden, deren Gedichte vielen Menschen nahe gingen und gehen.

 

Freundschaft                                                                                                       (Mondschnee liegt auf den Wiesen - 1975)

Freunde sind mir die, mit denen ich
Essen und trinken und reden kann.
Die mich in meiner Küche kennen,
Und denen ich sage: Komm, setz dich ran.
(Keine Probleme und Komplikationen:
Wie füttert man den? Ist der Schnaps gut genug?)
Mit denen gemeinsam ich in den Jahren
Meine und ihre Lasten abtrug:
Krankheit der Kinder und Weltüberdruss.
Mit denen ich die Nächte zerrede.
Und doch kommt es niemals zu einem Schluss.
Das kann auch über Fernen bestehen.
Auch wenn man sich lange Zeit nicht sieht:
Halten wir nur aneinander fest,
Was immer sonst auch mit uns geschieht.
Freundschaften sind wie Abenteuer,
An die man sein ganzes Leben setzt.
Versagt man oder wird man verraten,
Hat man sich mehr als die Haut verletzt.

Leo Tolstoi und sein Weisheiten-Kalender

In Jasnaja Poljana wurde Leo Nikolajewitsch Tolstoi am 9. September 1828 geboren: er machte dieses

verlorene, im Gouvernement Tula gelegene Landgut in Russland weltberühmt. Das Adelsgeschlecht, dem er entstammte, soll vor vielen Jahrhunderten aus Deutschland eingewandert sein und in seinen ersten Mitgliedern den Namen Dick oder Dickmann geführt haben, der dann in wörtlicher Übersetzung zu Tolstoi geworden sei.

Kurt Tucholsky - Lyrik und Jazz in der Weimarer Republik

Weiterer Presseartikel

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Wolfgang Hausmann